Schienen unter Hitzestress

Extreme Hitze führt zu Einschränkungen auf der Linie 106

gültig bis auf weiteres

Die anhaltende Hitzewelle stellt derzeit nicht nur die Menschen, sondern auch die Infrastruktur der Ruhrbahn vor große Herausforderungen. Die extrem hohen Temperaturen haben gestern Abend an zwei Stellen im Streckennetz der Ruhrbahn in Essen zu Schäden an den Gleisanlagen geführt.

In den frühen Abendstunden kam es auf der Linie 106 in Höhe der Haltestelle Hobeisenbrücke zu einer erheblichen hitzebedingten Gleisverwerfung. Durch die hohen Temperaturen hatte sich der Asphalt im Gleisbereich stark aufgeweicht, wodurch sich das Gleis mechanisch so stark verformte, dass ein sicherer Straßenbahnbetrieb nicht mehr möglich war. Trotz sofort eingeleiteter Kühlmaßnahmen durch Mitarbeitende der Ruhrbahn-Werkstatt, blieb die Verwerfung deutlich bestehen. Nach derzeitiger Einschätzung muss der betroffene Gleisabschnitt vollständig erneuert werden, da sich die Verformung nicht rückgängig machen lässt. Da sich die Schadstelle auf einem Brückenbauwerk der Stadt Essen befindet, erfolgen die weiteren Arbeiten in enger Abstimmung mit der Stadt. Im Zuge der Reparatur werden sowohl das beschädigte Gleis als auch der ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogene Asphalt erneuert. Die Linie 106 endet in beide Fahrtrichtungen daher derzeit bereits an der (H) Uniklinikum. Zwischen den (H) Uniklinikum und Helenenstraße fahren Busse statt Bahnen.

Ebenfalls am Donnerstagabend stellte aufmerksames Fahrpersonal auf einem Streckenabschnitt der Linien 101 und 103 in Höhe der Haltestelle Borbeck Bf fest, dass sich die elastische Schicht zwischen Schiene und Asphalt aufgrund der hohen Temperaturen verformt hatte. Diese Schicht dient dazu, Schiene und Asphalt voneinander zu trennen und das Eindringen von Wasser in den Oberbau zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen wurde der Betrieb auf dem betroffenen Abschnitt umgehend eingestellt. So sollte verhindert werden, dass nachfolgende Bahnen das aufgeweichte Material aufnehmen und im Schienennetz verteilen. Mitarbeitende der Ruhrbahn-Werkstatt waren auch hier vor Ort und reinigten die Gleisanlage anschließend aufwendig in Handarbeit. Während der Sperrung wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Mit Betriebsbeginn am Freitagmorgen konnte der Bahnverkehr auf den Linien 101 und 103 wieder planmäßig aufgenommen werden.

Die Ruhrbahn bittet ihre Fahrgäste um Verständnis für die notwendigen Maßnahmen und die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten. Vor Fahrtantritt wird empfohlen, sich in der Ruhrbahn-App ZÄPP über die aktuellen Verbindungen und Fahrplanänderungen zu informieren.