Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni 2026 hat die Ruhrbahn die größte Neuordnung des ÖPNV-Angebots im Essener Bediengebiet seit zehn Jahren umgesetzt. Nahezu alle Linien erhielten neue Abfahrtszeiten, sechs von acht Straßenbahnlinien einen geänderten Linienweg. Darüber hinaus hat die Ruhrbahn ein zusätzliches Reinigungsprogramm umgesetzt an den am stärksten frequentierten Haltestellen. Trotz der hohen Komplexität ist der Fahrplanwechsel aus Sicht der Ruhrbahn insgesamt gut verlaufen.
Komplexer Umbau weitgehend reibungslos
Ein Fahrplanwechsel dieser Größenordnung ist ein Projekt, an dem viele Bereiche der Ruhrbahn beteiligt sind – von Verkehrsplanung über Fahrbetrieb mit ihrer Leitstelle und Infrastruktur bis hin zu IT und Kommunikation. Die intensive Vorbereitung der vergangenen Monate hat sich ausgezahlt: Der Betriebsbeginn am ersten Tag des Fahrplanwechsels, Sonntag 14. Juni 2026, verlief ruhig. Dies gilt überwiegend auch für die gesamte Woche der Hauptverkehrszeit von Montag bis einschließlich Freitag. „Die Leitstelle war personell verstärkt, musste nur schwerpunktmäßig eingreifen. Unsere Fahrmeister unterstützten das Fahrpersonal an wichtigen Knotenpunkten wie Rathaus Essen. Minimale Nachsteuerungen, etwa im Subunternehmereinsatz, konnten kurzfristig umgesetzt werden“, erklärt Torben Skuballa, Ruhrbahn-Bereichsleiter Fahrbetrieb.
Fahrgastinformation: Gut vorbereitet, Details werden nachgebessert
An über 1.500 Orten wurden über 5.000 Fahrplanaushänge aktualisiert. Die über 160 Schienenfahrzeuge haben mehr als 300 neue Schienennetzaufkleber erhalten. Die elektronische Fahrgastinformation musste mit den neuen Fahrplandaten versorgt werden. Zur Information der Fahrgäste hat die Ruhrbahn weiterhin umfangreich über Website, ZÄPP-App und Medien informiert sowie zusätzlich über 10.000 Flyer verteilt. Rund um den Starttermin waren zusätzliche Servicekräfte im Einsatz, um unsere Fahrgäste an wichtigen Knotenpunkten zu unterstützen. Bei nachfolgenden Streckenbegehungen wurden an einzelnen Stellen kleinere Mängel festgestellt, etwa Detailfehler in der Leitbeschilderung an Haltestellen sowie noch nicht überall aktualisierte Fahrpläne. Alle diese Punkte wurde jedoch innerhalb der ersten Woche zu großen Teilen bereits abgearbeitet. „Gemessen an der Größe der Veränderungen und der Komplexität der Umsetzung haben wir in Summe wenige Fehler im Nachgang identifiziert, die wir schnell ausgemerzt haben. Insgesamt ziehen wir eine positive Bilanz zum Fahrplanwechsel“, bilanziert Dr. Anne Maertins, Ruhrbahn-Bereichsleiterin Markt und Angebot.
Pünktlichkeit: Externe Sperrungen als Hauptursache
Die aktuelle Pünktlichkeit liegt leicht unter dem Niveau vor dem Fahrplanwechsel. Nach Einschätzung der Ruhrbahn hängt dies vor allem mit äußeren Faktoren zusammen: Sperrung der A40, Sperrungen wichtiger Stadtstraßen mit umfangreichen Umleitungen, wie der B224, sowie zusätzliche Baumaßnahmen im Bediengebiet. Diese Rahmenbedingungen wirken sich direkt auf den Bus- und den oberirdischen Schienenverkehr und in Folge auch auf die weiteren Anschlüsse im ÖPNV-Angebot aus. Die Leitstelle beobachtet konzentriert die Lage und reagiert soweit möglich mit dispositiven Maßnahmen.
Rückmeldungen der Fahrgäste: Hinweise fließen in kontinuierliche Verbesserung ein
Im Kundendialog sind zum Fahrplanwechsel einige Rückmeldungen eingegangen. Im Mittelpunkt stehen dabei: Verkürzte Umsteigezeiten und verpasste Anschlüsse, verspätete oder aus Fahrgastsicht „fehlende“ Fahrten, vereinzelt nicht eingehaltene Steignutzungen, Kritik an wahrgenommenen Taktlücken sowie an einzelnen digitalen Fahrgastinformationen. „Wir nehmen jede Beschwerde ernst. Die Rückmeldungen unserer Fahrgäste werden im Kundendialog gebündelt, zu den jeweils intern Verantwortlichen weitergegeben und dort sorgfältig geprüft. Wo kurzfristige Verbesserungen möglich sind, etwa bei Beschilderung, Steigzuweisungen oder der Information des Fahrpersonals, setzen wir diese zeitnah um. Aus meinen zahlreichen persönlichen Gesprächen mit unseren Fahrgästen, z.B. bei der Flyer-Verteilung am Samstag am Rathaus und am Hauptbahnhof, habe ich auch viele Einzel-Rückmeldungen mitgenommen. In Summe haben wir ein überwiegend positives Feedback zum Fahrplanwechsel erhalten “, so Dr. Anne Maertins. „Darauf sind wir stolz, denn es war ein echter Kraftakt. Es ist aber kein Grund, dass wir uns darauf ausruhen. Wir werden den Fahrplanwechsel intern noch einmal kritisch beleuchten und Schlussfolgerungen ziehen, was wir beim nächsten Mal noch besser machen können. Denn der nächste Fahrplanwechsel steht quasi schon vor der Tür, am 07.01.2027 in Mülheim an der Ruhr.“




