Essen/ Mülheim: Pünktlicher Projektabschluss im Sommer-Modernisierungsprogramm der Ruhrbahn. Seit dem Betriebsbeginn am 2. September – also pünktlich mit Beginn des neuen Schuljahres – rollen die U-Bahnen der Linien U11, U17 und U18 wieder im gewohnten Takt. In den vergangenen acht Wochen lief das Modernisierungsprogramm an drei Stellen auf dem Stadtbahn-Netz der Ruhrbahn auf Hochtouren.
Im Zentrum der Arbeiten stand die aufwendige Schadstoffsanierung der Ebene -2 am U-Bahnhof Berliner Platz. Parallel dazu nutzte die Ruhrbahn diese Streckensperrung für weitere wichtige Infrastrukturprojekte: Auf der Linie U11 wurden die Gleise zwischen Arenbergstraße und Boyer Straße in Essen-Karnap erneuert, während auf der U18 das Gleiskreuz an der Haltestelle Heißen Kirche in Mülheim ausgetauscht wurde. Der Linienbetrieb der U11 musste komplett eingestellt werden, auch die U-Bahn-Linien U17 und U18 waren in Teilabschnitten betroffen und verkehrten nur in Pendeln.
Für unsere Fahrgäste hieß das: Busse statt Bahnen – längere Fahrzeiten, ungewohnte Wege, andere Haltestellenpunkte.
Für die Anwohner hieß das: Verständnis und Geduld.
Für unsere Projektbeteiligten hieß das: eine verlässliche Ausführung garantieren, eine koordinierte Planung und viel Engagement in Abstimmung und Bündelung der Maßnahmen mit ihren vielen, auch kleinen, Details.
Und nun rollen die Stadtbahnen wieder. Zeit für ein kurzes Fazit.
Acht Wochen volle Kraft in Zahlen
Doch, was heißt das eigentlich? Bündelung von Maßnahmen? Was ist dafür alles erforderlich? Wie kann das Unternehmen Ruhrbahn dabei seine Fahrgäste größtmöglich unterstützen?
Umfassende Informationswege
Die Notwendigkeit der Baumaßnahmen und das Ersatz-Angebot wurden in einer großen Pressekonferenz am 18.06.26 vor Ort am Berliner Platz für Anrainer/ Geschäftsleute an den betroffenen Strecken und für Medienvertreter aus Essen und Mülheim erklärt und Fragen beantwortet. An die über 250 Anrainer wurden ebenfalls Informationspakete verteilt. Zusätzlich wurden fast 25.000 zweisprachige Flyer an Fahrgäste verteilt. Infoscreen-Motive, rund 60 Aufsteller entlang der Stadtbahn-Strecken mit Wegehinweisen zum Ersatzverkehr, Plakate an Bahnhöfen, in allen Aufzügen und an Bauzäunen, Hinweise auf den Monitoren der Ticketautomaten sowie in den Fahrzeugen, eine eigene Projekt-Webseite und Social-Media-Beiträge und eigene FAQs hielten die Fahrgäste und Interessierte stets auf dem Laufenden. Alle Ersatzfahrpläne wurden zudem digital in die ZÄPP integriert.
Infrastruktur gestärkt
Der U-Bahnhof Berliner Platz wurde vollständig von Altlasten (Asbest) befreit. Zudem wurden insgesamt 2.700 Meter neue Gleise im Netz verlegt. Den Zeitraum der Sperrung nutzte aber auch zum Beispiel die Feuerwehr in Mülheim. Am U-Bahnhof Christianstraße konnte sie aufgrund der Sperrung eine unangekündigte Einsatzübung unter realistischen Bedingungen stattfinden lassen. Übungsweise wurden zwei Menschen vermisst und aus dem stark verrauchten Bahnhof gerettet.
Starker Ersatzverkehr
Bis zu 50 Busse waren im Dauereinsatz, um den Schienenersatzverkehr (SEV) zu stemmen. Sie legten dabei fast 470.000 Kilometer zurück (das sind fast 12 Erd-Umrundungen) und bedienten (neben den NachtExpress-Haltestellen) 36 eigens eingerichtete Ersatzhaltestellen. Unsere Fahrgäste reagierten klug:
Während der Baumaßnahmen der Linien U11, U17 und U18 sind rund 1,2 Millionen Fahrgäste von der Schiene auf den Schienenersatzverkehr gewechselt. Gleichzeitig hat sich aber auch ein weiterer Teil der Fahrgäste alternative Routen gesucht und sind auf andere Linien ausgewichen, zum Beispiel auf die Straßenbahnlinien 103, 106 und 107. Diese Linien haben mit Beginn des SEVs deutlich mehr Fahrgäste befördert. Worüber wir froh sind: Eine Analyse der SEV-Fahrgastzahlen zeigt uns, dass insgesamt ausreichend Bus-Kapazitäten bereitgestellt wurden, um alle Fahrgäste der U-Bahn-Linien während dieser Zeit befördern zu können.
Flexible Zusatzangebote gut angenommen
Um die Einschränkungen abzufedern, setzte die Ruhrbahn auf auch Mobilitätsalternativen. Der On-Demand-Shuttle Bussi bediente während der Bauarbeiten täglich ab 21 Uhr zusätzlich die Haltestelle Rhein-Ruhr-Zentrum und ergänzte den Schienenersatzverkehr der U18. Alle betroffenen Stationen in Essen und Mülheim wurden weiterhin gezielt mit Leihfahrrädern und E-Scootern verstärkt und zusätzlich ein Rabatt-Code eingerichtet. Mit Erfolg – dieses Angebot nutzten 10 Prozent mehr Kunden als im Vormonat.
Die Rückmeldung aus einer Kunden-Befragung
Auch wenn sie nicht repräsentativ ist, freut sie uns: Die Fahrgäste der Ruhrbahn sind mit dem Schienenersatzverkehr insgesamt zufrieden. Das ist das erste Ergebnis einer aktuellen kleinen Kundenbefragung an ausgewählten Haltestellen, bei der 30 Fahrgäste zum SEV und der dazugehörigen Kommunikation länger interviewt wurden.
Konstruktiver Blick auf Herausforderungen
Bei einem Großprojekt dieser Dimension läuft trotz präziser Planung nicht alles reibungslos. So war der Ersatzverkehr im Bereich der Mülheimer Haltestelle „Gracht“ für mobilitätseingeschränkte und ältere Menschen nur schwer erreichbar, da der direkte Weg durch den Bahnhof aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Auch beim Anlauf des SEV kam es vereinzelt zu Startschwierigkeiten und Beschwerden zum Thema Pünktlichkeit: In der Hauptverkehrszeit kam es zu Verzögerungen, was auch dadurch bedingt ist, dass sich unsere Busse in den „normalen“ Straßenverkehr einfädeln müssen und sich die Stau-Situation auch auf sie auswirkt.
Auch auf der Straßenbahnstrecke durch Rüttenscheid verlief der Betrieb insbesondere zu Beginn der Sperrung nicht immer stabil. Im Zusammenhang mit der Baumaßnahme an der Zeunerstraße kam es dort wiederholt zu Ausfällen und teils erheblichen Verspätungen. Eine weitere Herausforderung stellte die Abwicklung des Ersatzverkehrs am Hauptbahnhof (Essen) Steig 10 dar. Insbesondere die dortigen betrieblichen Abläufe sowie die Auswirkungen der Lichtsignalanlage (LSA) an der Freiheit erwiesen sich als problematisch. Auch diese Punkte werden in der Nachbetrachtung gezielt analysiert, um Verbesserungsmöglichkeiten für Ersatzverkehrskonzepte abzuleiten.
Mit viel Engagement haben wir aber auch zusätzliche Bedürfnisse der Anrainer gelöst. So zum Beispiel in Essen-Karnap: Hier konnten auf Bitten der Einzelhändler unbürokratisch Parkplätze in Ladezonen umgewandelt werden.
Ein Dankeschön an die Fahrgäste
Nun kehrt auf den betroffenen Linien wieder Normalität ein. Zwar wird im Netz an anderer Stelle planmäßig weitergebaut, jedoch ohne die extremen Auswirkungen der vergangenen Wochen. Die Ruhrbahn bedankt sich bei allen Fahrgästen und Anwohnern für das Verständnis, die Geduld und das Durchhaltevermögen während dieser intensiven Modernisierungsphase.
Vielen Dank, dass Sie mit uns durchgehalten haben!
Berichterstattungen zum Thema:
WAZ MH, Stadtbahnsperrung https://www.waz.de/lokales/muelheim/article412499050/busse-statt-u-bahnen-das-sind-die-ersten-erfahrungen-mit-dem-u18-ersatzverkehr.html
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sev.ruhrbahn.de