Ruhrbahn hofft auf finanziellen Ausgleich für Fahrgeldausfälle

Landesregierung will Finanzhilfen in der Corona-Krise freigeben

18.05.2021 | 14:35

Die Ruhrbahn-Geschäftsführer: Michael Feller und Uwe Bonan

Auch im zweiten Jahr der Corona-Krise sorgen Einnahmeverluste bei der Ruhrbahn GmbH für finanzielle Probleme: der Rettungsschirm 2 soll helfen, diese abzufedern. Darauf verständigten sich jetzt Bundesregierung und Bundesländer. Sie spannen erneut einen Rettungsschirm auf, um die Verkehrsunternehmen finanziell zu unterstützen.

Die dafür bereit gestellten 2 Milliarden Euro werden erneut je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert. Darüber hinaus will die NRW-Landesregierung weitere 278 Millionen Euro als Finanzhilfe für die Verkehrsunternehmen aus der Vereinbarung zum Rettungsschirm 2020 freigeben.

Die Ruhrbahn-Geschäftsführer Uwe Bonan und Michael Feller begrüßen diese Entscheidung zur Hilfe ausdrücklich und sind erleichtert über die in Aussicht gestellte Anschlussregelung, obwohl die abschließenden Entscheidungen von beispielsweise Bundesrat und Bundestag noch ausstehen. Im Jahr 2020 sind der Ruhrbahn durch die Pandemie 15 Millionen Euro an Fahrgeldeinnahmen weggebrochen. Die Fahrgastzahlen haben sich zwar erholt, aber auch im neuen Jahr 2021 sind Busse und Bahnen nach wie vor deutlich leerer. Niemand weiß, wann die Auslastung der Verkehrsmittel wieder ein normales Niveau erreichen wird.

„Durch die Pandemie fahren heute im Vergleich zum Jahr 2019  immer noch deutlich weniger Fahrgäste mit uns. Aktuell sind es über 40 Prozent“, bilanziert Ruhrbahn-Geschäftsführer Uwe Bonan. „Die Erlöse aus Ticketverkäufen sanken 2020 auf 120 Millionen Euro gegenüber 134 Millionen Euro im Jahr 2019. Das hat sich in den ersten Monaten des Jahres 2021 fortgesetzt. Die Einnahmeverluste im ersten Quartal betragen gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 bereits jetzt sieben Millionen Euro. Der Rettungsschirm ist ein sehr wichtiges Signal zur Vermeidung einer Angebotsdiskussion."

Sein Geschäftsführer-Kollege Michael Feller ergänzt: „Die erwarteten Gelder aus dem Rettungsschirm sind hoch willkommen! Wir fahren ja weiterhin nahezu mit unveränderter Leistung und sparen nicht am Angebot. Zum einen fordert es das Bundesinfektionsschutz-Gesetz, um ausreichend Abstand in unseren Fahrzeugen zu gewährleisten, zum anderen halten wir unser Mobilitätsangebot in Essen und Mülheim auch bei angeordneten Ausgangssperren aufrecht, damit all diejenigen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, weiterhin gut zu ihren Zielen kommen.“

Ohne finanziellen Ausgleich ist das alles nicht zu stemmen - auch nicht nach der Corona-Krise.
Beide Ruhrbahn Geschäftsführer appellieren daher weiter an die Politik, in den Nahverkehr der Städte zu investieren: „Als Unternehmen der Daseinsvorsorge machen wir keine Gewinne im klassischen Sinne und haben daher auch keine Rücklagen. Der ÖPNV muss auch zukünftig mehr finanzielle Berücksichtigung erhalten. Die Verkehrswende, die Klimaziele und der höher zu besetzende Anteil am ÖPNV als eine der Säulen im Umweltverbund sind wegen der Pandemie ja nicht vom Tisch.“