Neue DFI’s für Essen und Mülheim

Ruhrbahn erhält Fördermittel und investiert rund 1 Million Euro

11.09.2020 | 16:27

Eine große Anzeigetafel wie hier am Altenessen Bf. verknüpft ÖPNV- mit SPNV-Daten

44 dynamische Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) an 20 Haltestellen werden im Ruhrbahn Bedienungsgebiet für rund 1 Million Euro nun erneuert – möglich wird diese Investition durch die finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Förderprogrammes „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“: 70 Prozent des Investitionsvolumens werden durch die Bundesmittel gefördert.

Durch die DFI`s sind Bus- und Bahnkunden genau über das momentane Verkehrsangebot informiert. Die jeweiligen Informationen werden in Echtzeit übermittelt und so können die Fahrgäste ihre Fahrtroute anpassen, indem sie Wartezeiten für sich nutzen. Ruhrbahn-intern dient diese Technik der kontinuierlichen Erfassung von Daten, die über Pünktlichkeit und Anschlusssicherung Auskunft geben.

Insgesamt sind 133 Haltestellen und Bahnhöfe im Ruhrbahn Bedienungsgebiet oberirdisch und unterirdisch mit 520 dynamischen Fahrgastinformationen ausgestattet.

Bis Ende 2021 werden nun an folgenden Haltestellen die, teils über 25 Jahre alten und teilweise einzeiligen, DFI-Anzeiger erneuert, die dann zusätzlich mit einer digitalen Ansagefunktion ausgerüstet sein werden. Seheingeschränkten Fahrgästen werden die Haltestelleninformationen, wie Uhrzeit und nächste Abfahrt, auf Knopfdruck vorgelesen.

 

In Essen werden 20 (28) Anzeiger erneuert:

U17: (H) Gemarkenplatz, Holsterhauser Platz, Halbe Höhe, Laubenweg, Margarethenhöhe,

U11: Heßlerstraße und II. Schichtstraße (Bereits 2019 fertig gestellt – hier wurden 8 Anzeiger erneuert).

Jörg Lamers, Bereichsleiter Telematik und Prozesstechnik bei der Ruhrbahn: „Die DFI Anzeiger an den Oberflächenhaltestellen der U-Bahn-Linie U17 sind altersbedingt sehr störanfällig. Durch die Modernisierung wird eine erhöhte Ausfallsicherheit erreicht. Dazu werden durch vergrößerte Pixel- und Rastermaße das Schriftbild sowie die Lesbarkeitsentfernung verbessert. Erstmalig werden die Anzeiger mit digitalen Vorleseeinrichtungen für sehbehinderte Fahrgäste ausgestattet und entsprechen somit den Anforderungen für eine barrierefreie Haltestelle.“

In Mülheim an der Ruhr werden 16 Anzeiger erneuert:

Tram 102: (H) Uhlenhorst, Waldschlößchen, Heuweg, Buchenberg, Mühlenstraße,
Zehntweg, Gathestraße, Auf dem Bruch, Dümpten Friedhof und Oberdümpten.

Tram 112: (H) Dümptener Straße, Sültenfuß und Willy-Brandt-Schule.

Auch an diesen oberirischen Haltestellen wird durch die Modernisierungsmaßnahme eine erhöhte Ausfallsicherheit der Fahrgastinformation erreicht. „Endlich können an diesen Haltestellen nun auch ganz zeitgemäß Sondertexte und Infozeilen auf die DFI aufgeschaltet werden“, so Lamers. Ebenfalls werden hier durch die vergrößerten Pixel- und Rastermaße das Schriftbild sowie die Lesbarkeitsentfernung verbessert und sehbehinderte Fahrgäste können sich mittels Tastanforderung die angezeigte Fahrgastinformation auch akustisch ausgeben lassen. Auf Mittelbahnsteigen werden die beiden einzeiligen Anzeiger, durch einen zentralen Anzeiger ersetzt. Ähnlich wie an den Haltestellen Broich Friedhof und Thüringer Straße.

Verknüpfung von ÖPNV- und SPNV-Daten

An den Haltestellen Altenessen Bf. und Kupferdreh Bf. wurden in den vergangenen Monaten große zentrale Anzeiger errichtet, die die tatsächlichen Abfahrtszeiten aller dort verkehrenden Linien des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV) verknüpfen und mit einem Blick ablesbar machen. Diese großformatigen DFI-Anzeigetafeln sollen zukünftig an weiteren, dafür sinnvollen, Haltepunkten zum Einsatz kommen, damit sich die Fahrgäste über die Abfahrtszeiten von Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn und Regionalzügen informieren und so ihre Fahrt noch besser planen können. Derzeit wird geprüft, welche Haltepunkte dafür in Frage kommen, um entsprechende Fördermittel beantragen zu können. Als nächstes ist eine weitere Anzeigetafel für die (H) ZOB Borbeck geplant.

Fahrgastinformationssysteme

Digitale, optische und akustische Fahrgastinformationssysteme bieten dem Fahrgast eine Informationsplattform, über die er sich umfassend über den ÖPNV in seinem Gebiet informieren kann und die weit über die reine Fahrplaninformation hinausgehen.

Dazu gehören unter anderem Liniennetzpläne, Fahrplanbücher, Leitsysteme zu und an Haltestellen, Fahrplanaushänge, Informationen zum Tarif, zu Verspätungen und Anschlüssen. Haltestelleninformation und Linienverlaufsanzeigen mittels Display in den Fahrzeugen und Informationen per Lautsprecherdurchsage. Anzeigetafeln, Fahrzielanzeigen an Bahnsteigen und Knotenpunkten, die vor Ort die Echtzeit-Informationen liefern.

Gebündelt werden diese Informationen dazu auch digital und sind über (mobile) Endgeräte jederzeit abrufbar.

Geschäftsführer Michael Feller treibt bei der Ruhrbahn das Thema Digitalisierung voran: „Die Ruhrbahn entwickelt ihr Gesamtkonzept "Digitalisierung des ÖPNV und Verknüpfung ergänzender Angebote“ zur Verringerung von individuellen Autofahrten weiter. Für die Teilbausteine Smart Data, On Demand Shuttle und Mobilitätsassistent ZÄPP haben wir beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bereits Förderanträge für diese Projekte gestellt. Der Baustein Digitale Fahrgastinformation hat nun Fördergelder erhalten.“