Umbau der Südstrecke Teil 2

“Rüttenscheider Stern“ wird für den Einsatz von Niederflurfahrzeugen angepasst

Am 24. August 2020, Betriebsbeginn, starten nun an der U-Bahn-Haltstelle Rüttenscheider Stern die Umbaumaßnahmen, um den Bahnhof zukünftig für den Einsatz von Niederflurfahrzeugen nutzen zu können. Der Rüttenscheider Stern ist damit der zweite Bahnhof der sogenannten Südstrecke, der umgebaut wird. Die Ruhrbahn GmbH investiert in diese Umbaumaßnahme rund 3,7 Millionen Euro, mit Förderung des Landes NRW über §13 ÖPNVG NRW.

Die sogenannte Südstrecke stellt die Hauptverbindung zwischen der Innenstadt und den Subzentren Rüttenscheid und Bredeney sowie der Essener Messe dar und ist eine der nachfragestärksten Strecken im Stadtgebiet. An einem typischen Werktag bewegen sich auf dem Ast von Essen Hauptbahnhof in Richtung Philharmonie, Rüttenscheider Stern etc. in beiden Richtungen zirka 27.500 Fahrgäste.

U-Bahnhof Rüttenscheider Stern
Im U-Bahnhof Rüttenscheider Stern werden die Bahnsteige auf einer Länge von zirka 37 Metern auf 24 Zentimeter über der Schienenoberkante gesenkt. Im hinteren Bahnsteigbereich wird so die Barrierefreiheit für den Straßenbahnbereich erreicht. Das Senken der Gleise im Bahnsteigbereich der U-Stadtbahn um 10 Zentimeter von 82 auf 92 Zentimeter über Schienenoberkante, ergibt die Barrierefreiheit für den Hochflurbereich der U-Stadtbahn. Der Übergang zwischen den Bereichen Niederflur und Hochflur wird mittels Rampen und Treppen geschaffen.
Über vier Eingänge, Treppenabgänge, Fahrtreppen und einen Aufzug gelangen die Fahrgäste aktuell auf die Bahnsteige. Zukünftig wird die Zwischenebene am Gleis 2 Richtung Norden nicht mehr über eine Fahrtreppe verfügen. Durch die gesenkten Bahnsteige ist dieses baulich nicht mehr möglich. Mit dem Umbau wird auch die Brandschutztechnik erneuert und an das geforderte Sicherheitsniveau angepasst.

Für den Fahrgast
Für den Fahrgast ändern sich die Zugangsmöglichkeiten zum U-Bahnhof Rüttenscheider Stern. Am 24. August beginnen die Umbauarbeiten an den Treppenabgängen Süthers Garten und Bertholdstraße. Hier werden zunächst die Decken abgerissen, damit die Elektrik erneuert werden kann. Die Fahrtreppen und Treppen im Bereich Süthers Garten und Bertholdstraße stehen nicht zur Verfügung. Etwa zwei bis drei Wochen später werden die Zu- und Abgänge Rosastraße und Zweigertstraße für ein bis zwei Wochen gesperrt, danach folgt der Zu- und Abgang an der Klarastraße. In dieser Zeit dient hier der Zugang Rüttenscheider Stern Höhe Zweigertstraße/Edeka als Alternative. Nach den Arbeiten am Zu- und Abgang Klarastraße folgt dann der Abriss der Decken im Bereich Hauptzugang am Rüttenscheider Stern für ein bis zwei Wochen. Dann ist dort auch der Aufzug gesperrt. Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste können alternativ den U-Bahnhof Martinstraße nutzen. Wir informieren über den genauen Zeitraum auf unserer Webseite und in unserer App ZÄPP. Die Arbeiten an den Gleisen sowie die Arbeiten für den Brandschutz werden während des laufenden Betriebes und in der Betriebsruhe ausgeführt.

Ende 2018 wurde mit dem barrierefreien Umbau des U-Bahnhofes Philharmonie begonnen. Er war der erste Bahnhof der Südstrecke und wird in Kürze fertig gestellt sein.
Nach Rüttenscheider Stern folgt der Umbau des U-Bahnhofes Martinstraße. Ist der Umbau abgeschlossen, können dort Bahnen mit unterschiedlichen Einstiegshöhen halten. Zukünftig – geplant ist das Jahr 2022 – sollen die Bahnen der älteren Generation durch moderne Niederflurfahrzeuge ersetzt werden Damit an diesen Tunnelbahnhöfen Stadtbahn- und Straßenbahnfahrzeuge barrierefrei halten können, werden die etwa 90 Meter langen Bahnsteige geteilt. Hier wird jeweils rund ein Drittel des Bahnsteiges auf 24 Zentimeter gesenkt, so dass Niederflurfahrzeuge halten können. Eine Rampe und Treppen verbinden schließlich den Niederflurabschnitt mit dem 92 Zentimeter hohen U-Stadtbahn-Bahnsteig. An dem Bahnhof Florastraße müssen die Gleise um zirka 58 Zentimeter aufgeschottert werden, so dass auch hier eine Bahnsteighöhe von 24 Zentimetern erreicht wird.

Historie
Ab 1967 erfolgte die schrittweise Verlegung der Straßenbahn von der RÜ und der Huyssenallee in die untere Ebene. Die erste unterirdische Kurzstrecke wurde mit dem U-Bahnhof Saalbau am 5. Oktober 1967 eröffnet. Darauf folgten die Planungen seit den 1970er Jahren, die Stadtbahnlinie U 11 und die Straßenbahnlinien 101 und 107 vom Essener Hauptbahnhof durchgehend nach Bredeney durch einen Tunnel ebenfalls unter die Rüttenscheider Straße zu verlegen. Im Sommer 1986 wurde die Strecke dann eröffnet. Als Südstrecke führte sie seitdem entlang der Bundestraße B224. Das dreigleisige Schienensystem der U-Bahnstrecke ermöglichte den Verkehr von Straßen- und U-Stadtbahnen. Die Haltestelle Rüttenscheider Stern ist die einzige im Essener Liniennetz, an der eine oberirdische Straßenbahnstrecke eine Tunnelstrecke kreuzt.