Vollgas für die Umwelt

Ruhrbahn startet große Werbekampagne

06.06.2019 | 13:48

Vorstellung der Werbekampagne zur Modellstadt Essen (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Thomas Kufen, Leonie (Auszubildende Ruhrbahn), Michael Feller (Geschäftsführer Ruhrbahn) und Simone Raskob (Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin Stadt Essen)

Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland hat Umfragen zufolge ein großes unge­nutztes Potenzial an neuen Kunden. Viele Menschen, die den ÖPNV bisher nicht oder nur selten nutzen, können sich vorstellen, künftig mit Bus oder Bahn zu fahren. Durch das vom Bund geförderte Projekt zur Luftreinhaltung („Modellstadt Essen“)  sollen Autofahrerinnen und Autofahrern Anreize geboten werden, ganz oder zeitweise vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Das Projekt ist Ende 2018 erfolgreich gestartet und wird jetzt von einer großen Werbekampagne flankiert.

Mit rund 130 Millionen Euro finanziert der Bund bis 2020 Verkehrsprojekte in fünf Modell­städten zur Luftreinhaltung. Die Städte Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen setzen damit modellhafte Projekte zur Verbesserung des ÖPNV und zur Verringerung der Stickstoffdioxidbelastung um. Dies sind beispielsweise der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehr-Angebotes, Ticketvergünstigungen, verbesserte Verkehrslenkung oder neue Radwege. Die Stadt Essen baut das ÖPNV-Angebot aus: höhere Taktung von Bussen und Bahnen sorgen für eine bessere Anbindung, vergünstigte Tickets bieten Neukundinnen und Neukunden den Umstieg auf den ÖPNV. „Die durch den Bund geförderten Maßnahmen sind ein zusätzlicher Baustein in unserer Luftreinhalteplanung“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die Verbesserung der Luftqualität und nachhaltige Senkung der NO2-Werte ist nur durch ein ineinander greifendes Maßnahmenpaket zu erreichen. Deshalb setzen wir auf eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots in Kombination mit neuen, innovativen Tarifan­geboten sowie dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur.“

Das Ziel ist die Erhöhung des auch im Nahverkehrsplan der Stadt Essen festgelegten Modal Splits von vier Mal 25 Prozent bis zum Jahr 2035. „Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir einen guten Mobilitätsmix und die gute Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitäts­formen“, so Umweltdezernentin Simone Raskob. „Das wichtigste ist aber, dass die Bürgerin­nen und Bürger von den neuen Angeboten erfahren und diese auch annehmen, deshalb ist die Kommunikation ein wichtiger Bestandteil im Rahmen des Projektes Modellstadt Essen.“  

Werbekampagne in mehreren Stufen
„Der Verkauf der vergünstigten Ruhrbahn Tickets läuft erfolgreich, die für die Angebotsaus­weitung benötigten Fahrer sind eingestellt und die zusätzlichen Busse sind eingetroffen. Parallel starten wir jetzt mit einer großen Werbekampagne, mit der wir zum einen für das Thema Verkehrswende sensibilisieren und zum anderen Wechselwillige von unserem ver­besserten Angebot sowie den vergünstigten Tickets wie bspw. dem 30-TageTicket überzeugen wollen“, erklärt Michael Feller, Geschäftsführer Ruhrbahn, die Ziele der Kampagne. „Unser Auftrag aus dem Projekt ‚Modellstadt Essen‘ ist es, möglichst viele Auto­fahrer dazu zu bewegen, künftig ihre Wege ganz oder zumindest teilweise mit Bus und Bahn zurückzulegen“, so Feller weiter.

Die Werbekampagne läuft in verschiedenen Stufen ab. „Im ersten Teil unserer Kampagne zur Modellstadt möchten wir multithematisch auf die Themen Klimaschutz und Luftrein­haltung aufmerksam machen und sprechen mit verschiedenen Werbemotiven unterschied­liche Zielgruppen an“, so Feller. Mit Werbeaussagen wie „Ich will den Wandel“, „Wer Bio kauft kann Bio fahren“ oder „Für die Zukunft meiner Enkel“ wird differenziert auf Beweg­gründe eingegangen, die Autofahrer zum Umstieg auf Bus und Bahn motivieren und über­zeugen sollen. Zwei riesige Blow-Ups (Megaposter) in der Innenstadt, LED-Flächen und City-Light Poster an Haltestellen, Postkarten, Radiospot und Videos – all diese Maßnahmen werden aktuell produziert und verbreitet. Die gesamte Konzeption und Planung der Kampagne wird wie üblich bei der Ruhrbahn inhouse geleistet. In der zweiten Stufe der Kampagne, die Ende August ausgerollt wird, wird gezielt auf die Angebotsverbesserung durch den dichteren Takt auf sechs Linien hingewiesen. Mit Bannern und Plakaten an Brücken, Haltestellen und Gebäuden wird die Ruhrbahn dann entlang den Linien werben, die einen verbesserten Takt erhalten. Darüber hinaus sind ver­schiedene stadtteilbezogene Aktionen geplant.