„Streikstrategie ist unsozial und unökologisch“

EVAG Vorstand plädiert für maßvolle Forderungen

25.03.2014 | 12:35

Michael Feller, Vorstandsvorsitzender der Essener Verkehrs-AG, schaut mit Sorge auf die Forderungen der Gewerkschaft ver.di in der aktuellen Auseinandersetzung der Tarifvertragsparteien: „Bei einer ungeplanten Tariferhöhung um einen Prozentpunkt wird der Gesamtaufwand bei der Essener Verkehrs-AG jährlich um rund 900.000 Euro erhöht.“ Bei der EVAG beträgt die durchschnittliche Tariferhöhung über alle Lohngruppen nach Forderung der ver.di rund 9,1 Prozent. Würden sich die Tarifvertragsparteien auf diese Forderung einigen, ergäbe sich ein Risiko in Höhe von 5,3 Millionen Euro an ungeplanten Ausgaben im Jahr 2014. Das sind rund fünf Prozent der jährlichen Ticketeinnahmen der EVAG. Michael Feller: „Ich habe viel Verständnis für eine Anhebung der Löhne in den unteren Lohngruppen, von den besonders die Fahrerinnen und Fahrer profitieren. Aber die ver.di- Streikstrategie, die die Städte für weitere zwei Tage komplett lahm legt, geht zu Lasten all derer, die auf den Nahverkehr angewiesen sind: die Pendler, die Rentner und die Schulkinder. Eine solche unsoziale und unökologische Streikstrategie passt aus meiner Sicht nicht in die aktuelle Zeit und schon gar nicht in die finanziellen Rahmenbedingungen der verschuldeten Ruhrgebietskommunen.“
 
ver.di fordert einen Sockel von 100 Euro pro Monat für alle Beschäftigten, plus 70 Euro pro Monat für die Beschäftigten im ÖPNV Tarif-Vertrag TVN. Hinzukommen soll eine Steigerung von 3,5 Prozent.