Ruhrbahn investiert fast 80 Mio. € in Niederflurbahnen

Bombardier erhält Zuschlag für den Bau von 26 NF4

12.12.2018 | 15:18

Unterzeichneten gemeinsam den Vertrag: Alexander Ketterl, Bombardier, die Ruhrbahn-Geschäftsfüher Michael Feller und Uwe Bonan, sowie Dietfried Degel, Bombardier (Quelle: Ruhrbahn)

Eine Designstudie der neuen NF4 (Quelle: Bombardier)

Voraussichtlich ab Mitte 2021 rollen die ersten zwei Vorserienfahrzeuge von insgesamt 26 neuen Niederflurbahnen zu Testzwecken durch Essen und Mülheim. Nach erfolgter Ausschreibung steht Bombardier als Partner für die neuen Bahnen fest. So ersetzt die Ruhrbahn die letzten Hochflurbahnen durch die bewährte Technik der Flexity Classic Straßenbahn von Bombardier und investiert fast 80 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Fahrzeugflotte.

Eröffnet wurde das Vergabeverfahren für die 26 neuen Niederflurbahnen am 29.05.2018 mit einer europaweiten Ausschreibung. Heute wurden die Verträge in der Ruhrbahn-Zentrale in Essen gemeinsam mit Bombardier unterzeichnet. Die neuen Fahrzeuge entsprechen dabei im Wesentlichen der Ausstattung der bisherigen Niederflurbahnen der jüngeren Generation: sie sind ebenfalls 30 Meter lang, 2,3 Meter breit und bieten Platz für mindestens 171 Fahrgäste. „Neben dem niederflurigen Einstieg zeichnen sich die modernen Fahrzeuge durch einen klimatisierten Fahrgast- und Fahrerraum sowie zwei Multifunktionsplätze für Fahrgäste mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen aus. Für mehr Komfort sowie mehr Sicherheit verfügen die neuen Bahnen über ein Fahrerassistenzsystem sowie Außenkameras anstelle von Außenspiegeln. Bei der Ausschreibung haben wir bewusst auf die bewährte Niederflur- und Drehgestelltechnik gesetzt. Sie zeichnet sich durch Laufruhe und hohen Fahrkomfort, einen geringeren Rad- und Schienenverschleiß sowie eine lange Lebensdauer aus“, so Michael Feller, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Personal, Markt & Technik). „Die kontinuierliche Investition in die Infrastruktur und Technik ist für ein modernes Verkehrsunternehmen wie die Ruhrbahn unabdingbar. Mit der Investition von fast 80 Millionen Euro erhalten wir bis zum Jahr 2022/23 die zusätzlichen Niederflurstraßenbahnen, die wir u. a. für den Einsatz auf der bis dahin niederflurig ausgebauten Südstrecke in Essen benötigen“, erklärt Uwe Bonan, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Finanzen, Einkauf und Betrieb) die Bedeutung dieser gewaltigen Investition. „Mit Einsatz der neuen 26 Bahnen werden die letzten Hochflurstraßenbahnen abgelöst. Somit bietet die Ruhrbahn auch in Essen ausschließlich Fahrten mit Niederflurstraßenbahnen an“, so Bonan weiter.

„Wir sind stolz, dass die Ruhrbahn bei der Erneuerung ihrer Fahrzeugflotte auf Bombardiers gleichermaßen innovative und bewährte FLEXITY-Straßenbahn setzt“, zeigt sich Alexander Ketterl, Verantwortlicher für das Straßenbahngeschäft bei Bombardier Transportation, begeistert. „Die Fahrgäste können sich auf komfortable, umweltfreundliche und sichere Fahrzeuge freuen. Unser neues Kamera-gestütztes Sicherheitssystem erkennt frühzeitig Hindernisse und hilft so dabei, Unfälle zu vermeiden. So geht Smart Mobility.“

Weltweit 682 Mal im Einsatz
Bis heute sind bereits mehr als 682 Flexity Classic Straßenbahnen bestellt bzw. erfolgreich im Fahrgasteinsatz, wie zum Beispiel in Städten wie Dortmund, Frankfurt, Krakau und Adelaide. Gefertigt werden die neuen Niederflurbahnen am Bombardier Standort in Bautzen. Die elektrische Ausrüstung kommt aus dem Werk in Mannheim, die Drehgestelle werden in Siegen produziert. Mehr zu Bombardier unter: www.bombardier.com