Barrierefreier ÖPNV in Essen

Arbeitskreis im Dialog mit der EVAG

28.03.2014 | 13:54

Seit Februar 2012 trifft sich im regelmäßigen Abständen der Essener Arbeitskreis Barrierefreier ÖPNV. Hier werden die Themen rund um einen barrierefreien ÖPNV diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Zum Beispiel welche konkreten Anforderungen mobilitätseingeschränkte Fahrgäste haben und wie diese bei der Planung von z.B. Baumaßnahmen oder der Beschaffung von neuen Fahrzeugen wie der NF2 berücksichtigt werden können. Teilnehmer des Arbeitskreises sind Interessensvertreter wie Rollstuhlfahrer, Blinde und Sehbehinderte, Hörgeschädigte und Gehörlose sowie Senioren, Vertreter der Stadt Essen (Amt für Straßen und Verkehr, Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Amt für Soziales und Wohnen, Steuerungsstelle ÖPNV) und der Essener Verkehrs-AG. In der Runde werden auch Informationen aus dem Kreis der Verbandsvertreter ausgetauscht sowie über geplante Baumaßnahmen berichtet. Dabei sollen soweit wie möglich die Interessen der jeweiligen Vertreter berücksichtigt werden.

Treffen auf dem Betriebshof Schweriner Straße am 19. März

Am Busbahnhof des Essener Hauptbahnhofes haben sich die Teilnehmer zusammengefunden und sind gemeinsam mit einer Sonderfahrt per Bus zum Betriebshof gefahren. Die Hinfahrt wurde bereits dafür genutzt, unterschiedliche Schulungsinhalte aus dem Schulungsprogramm der EVAG Bustraining 50+ zu erörtern, die praktische Tipps für die Nutzung von Bussen im Alltag beinhalten: Was ist z.B. beim Ein- und Ausstieg zu beachten?. Speziell für den Teilnehmerkreis dann auch weiterführende Themen wie: wo befindet sich der Platz für die Rollstuhlfahrer und wie ist deren richtige Positionierung im Fahrzeug. Auf dem Betriebsgelände angekommen wartete dann ein echtes Highlight auf die Teilnehmer: ein Prototyp der neuen Niederflurbahn NF2 stand bereit. Hier konnten die Beteiligten die Anregungen und Hinweise aus den vergangenen Terminen kritisch begutachten und unter die Lupe nehmen, ob die Optimierungen für ein barrierefreies Fahrzeug berücksichtigt wurden und diese auch direkt testen. Als erstes stand die Klapprampe im Fokus, die bei Bedarf von den Mitarbeitern der EVAG manuell ausgeklappt werden kann. Durch ein speziell bereitgestelltes Podest konnte die selbständige Ein- und Ausfahrt für Rollstuhlfahrer über die neue Klapprampe getestet werden. Dies wurde besonders positiv aufgenommen. Auch der großzügig gestaltete Mehrzweckbereich erhielt positive Zustimmung und ist nach der Meinung der Teilnehmer eine echte Verbesserung gegenüber der Situation in den Fahrzeugen der Reihe NF1.

Zum Abschluss der Veranstaltung stand noch eine Vollbremsung aus langsamer Fahrt mit dem Bus auf dem Programm für diejenigen. Obwohl die Geschwindigkeit nicht sonderlich hoch war, wurde dabei deutlich, welche Kräfte bei einer ungeplanten Vollbremsung wirken. Dazu Gertrud Lüttkenhorst, die das Bustraining durchführt: „Nach Möglichkeit sollten die Fahrgäste so lange wie möglich sitzen bleiben, weil es in solch einer Situation schnell zu einem Sturz kommen kann. Wenn der Sitzplatz verlassen wird, dann ist ein sicherer Stand und die Nutzung der Haltegriffe wichtig."

Einig waren sich die Teilnehmer des Arbeitskreises beim Fazit der Veranstaltung: Durch die enge Abstimmung mit den Interessensvertretern, der Stadt und der EVAG können wertvolle Verbesserungen für einen barrierefreien ÖPNV in Essen umgesetzt werden.